Wohnen in Berlin Wedding: Sehenswürdigkeiten, Mieten und mehr

„You wanna go to the Wedding with me?“ Bei Englischsprechern sorgt dieser Bezirksname schon mal für Verwirrung. Der Wedding – wie ihn die Berliner nennen – klingt auf Englisch zwar nach Liebe, Tanz und Sahnetorte. Sein Ruf aber ist nicht gerade verheißungsvoll. Vielleicht zu Unrecht?

Ob in Berlin Wedding Kriminalität wirklich ein so großes Thema ist, was der Ortsteil zu bieten hat und wie es um den Wohnungsmarkt steht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Berlin Wedding: Ost oder West? Ein historischer Ausflug

Wedding fand schon im 13. Jahrhundert urkundliche Erwähnung. Die Kolonisierung der Stadtheide sollte aber erst Ende des 18. Jahrhunderts unter dem Alten Fritz erfolgen. Seit 1861 gehört das traditionelle Arbeiterviertel ganz offiziell zur Stadt Berlin.

Nach dem 2. Weltkrieg bildete der Bezirk Wedding zusammen mit Reinickendorf den französischen Sektor. Ab August 1961 trennte die Berliner Mauer ihn von seinen direkten Nachbarn Pankow und Mitte.

Die Frage, ob Berlin Wedding Ost- oder Westteil war, stellt sich aufgrund der unmittelbaren Nähe zur ehemaligen Mauer bei Neuberlinern öfter. Als Eselsbrücke dient die kulturelle Vielfalt des Wedding. Wie auch in den Westbezirken Neukölln oder Kreuzberg siedelten sich mit Beginn der 70er viele, zumeist türkische Gastarbeiter an.

Übrigens: Den Bezirk Wedding gibt es seit 2001 strenggenommen nicht mehr. Der Wedding ist heute „nur noch“ Ortsteil und gehört zusammen mit Berlin Gesundbrunnen zum Bezirk Mitte. Den meisten Berlinern ist das jedoch ziemlich „schnuppe“. Für sie ist und bleibt der Wedding ein vollwertiger Bezirk.

Berlin Wedding: Sehenswürdigkeiten und andere Schätze

Zugegeben: Der Wedding ist kein Touristenmagnet. Bekannt ist der Ortsteil eher für türkische Supermärkte, Spätis und Wettbüros. Dass Berlin Wedding Sehenswürdigkeiten hat, steht jedoch außer Frage.

Da ist zum Beispiel der wunderschöne Volkspark Rehberge, eine Anlage, die ihren Ursprung in der Eiszeit hat und teilweise unter Naturschutz steht. Ein tierisches Highlight bildet das Wildgehege – dort sind seit kurzem wieder Wildschweine zu sehen. Nebenan steht Berlins älteste Dauerkleingartenkolonie. Sie dient den Berlinern seit 1929 als Ort der Erholung und der Ernte.

Wer nach einem Spaziergang in den „Rehbergen“ Abkühlung braucht, springt im Sommer in den Plötzensee. Das Freibad verspricht Spaß für die ganze Familie. Und wer etwas weiter herausschwimmt, der erspäht in dem artenreichen See womöglich Aal, Wels oder Zander.

Der Plötzensee nimmt in der Geschichte Berlins auch eine tragische Rolle ein. Während der NS-Herrschaft wurden im damaligen Strafgefängnis viele Menschen inhaftiert oder hingerichtet. Heute erinnert ein Mahnmal an die Schrecken dieser Zeit.

Für Abwechslung ist gesorgt

So multikulturell der Wedding ist, so vielfältig ist auch seine Stadtlandschaft. Wen es in die Müller- oder die Badstraße verschlägt, dem verschlägt es auch den Atem. Lärm, Abgase, triste Mietshäuser, relative Armut so weit das Auge reicht.

Doch dann ist da auch der Sprengelkiez, dessen Straßen hippe Restaurants und Bio-Cafés zieren. Der Leopoldplatz, der zum Schlendern über den sonntäglichen Flohmarkt einlädt. Oder der Schillerpark, wo Kinder auf dem Wasserspielplatz toben und sich Hochzeitspaare vor grüner Kulisse ablichten lassen. Also doch ein bisschen „wedding“ im Wedding.

Berlin Wedding: Kriminalität

Aller Idylle zum Trotz: Der Wedding genießt keinen guten Ruf. Nach einer Statistik der Berliner Polizei ist die Zahl der Delikte wie Diebstahl, Brandstiftung und Körperverletzung vergleichsweise hoch – vor allem in Wedding Zentrum. Wesentlich sicherer sind da Bezirke wie Berlin Pankow, Köpenick und Steglitz-Zehlendorf.

Dennoch: Seit 2016 sinkt die Kriminalitätsrate. Und am Berliner Durchschnitt gemessen passiert im Wedding weniger als auf dem Alexanderplatz, im Regierungsviertel oder am Ku'damm. Denn wo viele Touristen sind, da lauern auch die Taschendiebe.

Berlin Wedding: Wohnung gesucht?

Mit einem Blick auf die Bestandsmieten könnte der Eindruck einer Mietpreisoase entstehen. Doch der Schein trügt. Ähnlich wie Berlin Neukölln durchlebt auch der Wedding viele Veränderungen. Kostete der Quadratmeter im März 2017 noch mindestens 7,41 Euro, sind es im Februar 2019 bereits 8,53 Euro kalt. Das ist höher als im bürgerlichen Zehlendorf.

Das größte Angebot bilden kleine Wohnungen. Laut immowelt.de beträgt die Durchschnittskaltmiete dafür 600 bis 700 Euro. Das Angebot für Luxuswohnungen ist beinahe genauso groß – mit monatlichen Mietkosten von mindestens 1.100 Euro kalt. Tendenz steigend.

So ist auch Berlin Wedding von der Gentrifizierung betroffen. Die Schere zwischen Arm und Reich wird größer. Einfache Arbeiter stehen vor überteuerten Cafés. Türkisch-stämmige Großfamilien treffen auf Karriereeltern mit einem Kind. Digital Natives fahren auf Designer Rädern zum Co-Working ins Brunnenviertel – genau dort, wo die Armut am größten ist.

Der Wandel ist aber auch eine Chance für den Wedding, sich neu zu definieren. Die vielen jungen Menschen im Sprengelkiez zeigen, was Berlin Wedding alles zu bieten hat. Vielleicht möchten Sie ihnen folgen?

Wir bei Werneburg Immobilien freuen uns, in Berlin Wedding eine Wohnung für Sie zu finden. Sie sind Eigentümer und suchen einen verlässlichen Mieter? Gerne stehen wir Ihnen von der Wertermittlung bis hin zur Übergabe zur Seite.

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