Das Übergabeprotokoll: Wichtige Infos & kostenfreies Muster

Sie ziehen um oder vermieten bald selbst? Denken Sie unbedingt ans Übergabeprotokoll! Warum das so wichtig ist und welche Punkte hineingehören, erfahren Sie in diesem Artikel. Darüber hinaus erhalten Sie ein kostenloses Muster zum Download.

Dank Übergabeprotokoll Wohnung sicher beziehen

Haben Sie schon einmal ein Auto gemietet? Dann kennen Sie die Prozedur: Bevor es losgeht, inspizieren Sie den Wagen zusammen mit dem Mitarbeiter, notieren alle vorhandenen Schäden, die Tankfüllung und den Kilometerstand. Schließlich möchten Sie langwierige Diskussionen bei der Rückgabe vermeiden und die Kaution schnellstmöglich erstattet bekommen.

Genauso verhält es sich mit einer Mietwohnung. Wer ohne Protokoll einzieht, hat später das Nachsehen. Gesetzlich vorgeschrieben ist das Übergabeprotokoll nicht. Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten deshalb auf die Anfertigung bestehen. So sichern sich beide Seiten für den Ernstfall ab und zahlen nicht für Schäden, die andere verursacht haben.

Das gehört ins Übergabeprotokoll: Schlüssel, Zählerstände & mehr

Das Übergabeprotokoll sollte vor dem Ein- bzw. Auszug, also bei der Schlüsselübergabe aufgesetzt werden. Haben beide Parteien unterzeichnet, ist das Protokoll gültig. Folgende Elemente sollten Sie berücksichtigen:

Für wen das Abnahmeprotokoll sinnvoll ist

Übergabeprotokoll: Wohnung oder Haus zur Miete

Das Übergabeprotokoll ist bei einem Haus zur Miete genauso sinnvoll wie bei der Mietwohnung.

Für Baumängel oder Schäden des Vormieters sollten Sie nicht geradestehen! Selbstverständlich ist das Übergabeprotokoll einer Wohnung auch für Vermieter Gold wert. Werden Schäden nicht protokolliert, müssen Sie früher oder später für die Reparatur aufkommen. Was nicht eindeutig dem Mieter zuzuschreiben ist, kann auch nicht über die Kaution geregelt werden.

Übergabeprotokoll für Haus und Grund

Auch Eigentümer sollten sich mit einem Übergabeprotokoll absichern. Wenn Sie eine Immobilie kaufen, sollten Sie zusätzlich zu den oben genannten Punkten auch Garantien und Belege vorhandener Einrichtungsgegenstände und technischer Geräte anfordern. Diese Dinge gehen mit dem Kauf schließlich in Ihre Verantwortung über. 


Übergabeprotokoll: Gewerbe- und Büroflächen

Sie haben ein Geschäft und möchten dafür Gewerberäume mieten? Egal, ob Lagerhalle, Ladengeschäft oder Büroraum – auch hier sollten Sie Zählerstände und den Zustand der Räumlichkeiten schriftlich festhalten.

Ein spezielles Übergabeprotokoll für Gewerbe gibt es übrigens nicht. Sie können das Übergabeprotokoll Muster um besondere Gegenstände und Ausstattungsmerkmale des Gewerberaums einfach ergänzen.

Daran sollten Sie bei der Übergabe denken

1. Nehmen Sie sich Zeit

Planen Sie für die Erstellung des Übergabeprotokolls genug Zeit ein. Je entspannter Sie sind, desto mehr fällt Ihnen auch auf. Lassen Sie sich nicht beirren, wenn der Vermieter Druck macht. Schauen Sie genau hin, öffnen Sie Fenster, Schranktüren und Wasserhähne und vergessen Sie nicht den Keller.

2. Machen Sie Fotos

Dank Smartphone haben Sie hierfür nicht nur eine präzise Kamera zur Hand, sondern auch genügend Speicherplatz. Auch wenn Mängel schriftlich im Übergabeprotokoll festgehalten wurden, gehen Sie mit fotografisch dokumentierten Schäden auf Nummer Sicher.

3. Halten Sie Absprachen schriftlich fest

Sollte Ihr Vermieter eine Reparatur, Renovierungsarbeiten o. Ä. ankündigen, lassen Sie sich dies schriftlich bestätigen. So können Sie Ihren Vermieter an die Absprache erinnern, falls auch Wochen nach Ihrem Einzug nichts dergleichen stattgefunden hat.

Bereiten Sie sich gut vor

Wenn Sie aus der Wohnung ausziehen, überprüfen Sie vor dem Abgabetermin Ihren Mietvertrag. Müssen bestimmte Schönheitsreparaturen von Ihnen übernommen werden? Auch sollte die Wohnung besenrein und leer sein. Je besser der Zustand der Wohnung, desto schneller die Übergabe und die Erstattung der Kaution.

Übergabeprotokoll Muster: Gegenstände und Mängel festhalten

Mit unserem Übergabeprotokoll Muster können Sie Mängel und Zählerstände genaustens protokollieren. Bei Bedarf passen Sie die Vorlage einfach nach Ihren Vorstellungen an.
Sollten Sie Fragen, zum Beispiel zur Betriebskostenabrechnung, haben, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme! 

Der Grundbucheintrag: Dauer, Ablauf und wichtige Tipps

Eigentum verpflichtet – auch zum Eintrag ins Grundbuch. Egal, ob Sie ein Grundstück gekauft, geerbt oder als Geschenk erhalten haben – nur mit Grundbucheintrag sind Sie rechtmäßiger Eigentümer. In diesem Artikel haben wir alles rund um den Grundbucheintrag wie Dauer, Kosten und vieles weitere für Sie zusammen gefasst.

Wie alles begann...

Zugegeben: Der Begriff Grundbuch ist vielen Menschen neu. Wir kennen Schulbücher, führen Tage- und Haushaltsbücher, lesen Sachbücher und verreisen mit Taschenbüchern. Aber Grundbücher?

Tatsächlich reicht ihre Geschichte bis in die Antike zurück. Sogenannte Steuerkataster dienten damals zur Beschreibung von Liegenschaften. Genauere Formen nahm das Grundbuch im Mittel- und Hochmittelalter an. Es hieß dort Urbar oder Stadtbuch.

Ein direkter Vorfahre sind die um 1130 eingeführten Kölner Schreinsbücher. Sie gelten als älteste deutsche Grundbücher und bereiteten zusammen mit anderen Stadtbüchern den Weg für unser heutiges Grundbuch.

Gründe für den Grundbucheintrag: Erbe, Heirat oder Kauf

Ob Antike, Mittelalter oder Gegenwart: Neben der Beschaffenheit eines Grundstücks gibt der Grundbucheintrag vor allem Auskunft über den Besitzer. Denn wo Besitzverhältnisse nicht ausreichend geklärt sind, kann es zu Verwirrung oder gar Streit kommen.

Denken Sie nur an Ihren Nachbarn, der seine Hecke auf Ihrem Grundstück gepflanzt hat – in der Absicht, seinen eigenen Garten um ein paar Zentimeter zu vergrößern. Ohne einen Blick ins Grundbuch hätten Sie diese Frechheit wahrscheinlich nicht bemerkt.

Glücklicherweise kommt das Grundbuch für solche Streitigkeiten eher selten zum Einsatz. Der Gang zum Grundbuchamt geht zumeist mit einer Änderung der Eigentumsverhältnisse einher.

Sie haben geheiratet? Dann sollte im Grundbucheintrag der Ehepartner bzw. die Ehepartnerin aufgenommen werden. Ein Elternteil ist verstorben? Im Grundbucheintrag wird der Erbe als neuer Eigentümer festgehalten. Sie möchten eine Immobilie kaufen? Dann können Sie im Grundbuch einsehen, ob eine Hypothek oder Grundschuld auf dem Grundstück lastet. Und wenn Sie einen Kredit aufnehmen müssen, will auch die Bank einen Blick ins Grundbuch werfen.

Das Grundbuch dient also nicht nur der Erfassung von Grundbesitz. Als Erbe oder Käufer sichern Sie sich im Voraus ab, wenn Sie den Grundbucheintrag einsehen. Von der tatsächlichen Größe des Grundstücks, über Reallasten und Teilungserklärungen bis hin zu Hypotheken ist im Grundbuch alles notiert, was für Sie relevant ist.

Grundbucheintrag: Grundschuld, Eigentümer und Bestand

Jedem Grundstück ist ein eigenes Grundbuchblatt gewidmet. Der Eintrag ist in mehrere „Kapitel“ unterteilt:

Grundbucheintrag: Woher nehmen Sie die Infos?

Wenn Sie einen Eintrag ins Grundbuch vornehmen oder einsehen möchten, müssen Sie ins dafür zuständige Amtsgericht bzw. Grundbuchamt gehen. Es gibt also nicht nur ein Grundbuch auf Bundesebene, sondern viele, viele Grundbücher auf Bezirksebene.

Einsicht ist nicht jedermann oder -frau gewährt. Sie müssen ein berechtigtes Interesse (z. B. als potentieller Käufer) oder eine Vollmacht (z. B. von einem Verwandten) vorweisen können. Möchten Sie den Eintrag online abfragen, sollten Sie die entsprechenden Nachweise direkt zur Hand haben.

Es geht nur mit Notar!

Wenn Sie eine Immobilie oder ein Grundstück kaufen möchten, sollten Sie für den Eintrag ins Grundbuch einen Notar beauftragen. Der Notar merkt den Eigentümerwechsel beim Amtsgericht vor, sobald Sie den Kaufvertrag unterzeichnet haben. So stellen Sie sicher, dass Sie der alleinige Käufer sind – denn Sie sind beim Grundbuchamt als neuer Eigentümer bereits vorgemerkt.

Darüber hinaus muss der Kaufvertrag (oder der Erbschein oder Schenkungsvertrag) notariell beglaubigt worden sein. Andernfalls nimmt das Amtsgericht den Eintrag nicht vor. Der beglaubigte Kaufvertrag wird zwecks Ermittlung der Grunderwerbsteuer ans zuständige Finanzamt übermittelt.

Sobald die Steuer gezahlt wurde, erhalten Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt. Erst damit wird der Grundbucheintrag möglich.

Tipp: Insgesamt sollten Sie beim Grundbucheintrag mit einer Dauer von mehreren Wochen oder gar Monaten rechnen. Fangen Sie, wenn möglich, schon frühzeitig mit der Suche nach einem Notar an, um nervige Wartezeiten zu verkürzen.

Grundbucheintrag: Kosten & Rechner

Dass der Grundbucheintrag Kosten verursacht, steht außer Frage. Nebst Gebühren für den Eintrag selbst will auch der Notar bezahlt werden. In der Regel betragen die Kosten für den Grundbucheintrag 1,5 Prozent des Kaufpreises. Bei einer Kaufsumme von 150.000 Euro müssten Sie also mit circa 2.250 Euro rechnen.

Pauschalisieren lässt sich hier leider nicht. Es könnten weitere Kosten hinzukommen, zum Beispiel durch Vollzugsgebühren o. Ä. Bei mehreren Eigentümern wie einer Eigentümergesellschaft werden selbstverständlich auch die Kosten anteilig berechnet. Alleinherrschaft lohnt sich also nicht immer.

Den Grundbucheintrag ändern oder löschen lassen

Die Beschaffenheit Ihres Grundstücks wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ändern. Etwaige Belastungen und Grundpfandrechte jedoch schon. Sie können den Grundbucheintrag ändern lassen, wenn zum Beispiel die Grundschuld abbezahlt wurde.

Das Amtsgericht löscht die Belastung dann vom Grundbucheintrag – allerdings nur, wenn der Kreditgeber die Schuldenfreiheit mit einer sogenannten Löschungsbewilligung quittiert hat. So ist alles auf dem neuesten Stand und der nächste Eigentümer weiß, dass es keine Grundschuld mehr gibt.

Auch eine Hochzeit bringt Veränderung. So sollten im Grundbucheintrag Ehepartner/in mitaufgenommen werden, besonders dann, wenn sich das Paar für die Zukunft absichern und Vermögenswerte klären möchte. Egal, weshalb Sie den Grundbucheintrag ändern – Kosten entstehen in jedem Fall, handelt es sich doch um einen weiteren Verwaltungsakt. 

Wir beraten Sie gerne!

Auch wenn das Grundbuch kein Bestseller ist – ohne das Register könnten Eigentumsverhältnisse, Grundstückseigenschaften und Belastungen nicht hinreichend geklärt werden. Kein Wunder also, dass die Menschheitsgeschichte schon früh damit anfing, diese Dinge amtlich zu notieren. Sollten Sie ein Haus mit Grundstück kaufen wollen, dann verlassen Sie sich nicht allein auf die Angaben des aktuellen Eigentümers. Ein Blick ins Grundbuch verrät alles, was Sie wissen müssen. Sie möchten mehr erfahren? Das Team von Werneburg Immobilien hilft Ihnen gerne weiter, zum Beispiel beim Verkauf Ihres Grundstücks!

Grunderwerb – Wie Sie die Grunderwerbsteuer berechnen & umgehen

Wer Grund erwirbt, muss Steuern zahlen. Ausnahmslos? Erfahren Sie hier, wie die  Grunderwerbsteuer der jeweiligen Bundesländer variiert, ob Sie die Grunderwerbsteuer absetzen können und was im Falle einer Schenkung passiert.

Ein guter Grund für Steuern?

Egal, ob Sie ein Haus mit Grundstück erwerben, ein Grundstück allein oder einen Grundstücksanteil kaufen – Sie zahlen eine Grunderwerbsteuer. Die Grunderwerbsteuer berechnet sich aus dem Kaufpreis und gehört damit zu den Nebenkosten, die Sie fest ins Budget einplanen sollten.

Sobald der Kaufvertrag notariell beglaubigt wurde, wird er ans für Sie zuständige Finanzamt geschickt. Im Anschluss erhalten Sie den Steuerbescheid mit der festgesetzten Steuer für Ihren Grundstückskauf. Die Grunderwerbsteuer muss in der Regel vier Wochen nach Erhalt des Bescheids entrichtet werden. Erst dann können Sie sich als neuen Eigentümer ins Grundbuch eintragen lassen.

Die Grunderwerbsteuer ist Verkehrssteuer zur Besteuerung einer Güterübertragung und wird durch das Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) geregelt. Einen einheitlichen Steuersatz auf Bundesebene gibt es nicht. Wie viel Steuern Sie zahlen, hängt also nicht nur vom Kaufpreis, sondern auch von Ihrem Standort ab.

Grunderwerbsteuer: Bundesländer unterscheiden sich im Steuersatz

Die 16 Bundesländer Deutschlands haben unterschiedliche Steuersätze. Je nachdem, wo Sie ein Grundstück erwerben, kann der Steuersatz aktuell 3,5 Prozent bis hin zu 6,5 Prozent betragen. Zu den Spitzenreitern gehören Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen. Hier sind die Steuersätze fast doppelt so hoch wie in Bayern und Sachsen.

In den letzten zehn Jahren haben bis auf eben diese beiden Länder alle Bundesländer den Steuersatz um teilweise 1,5 Prozentpunkte erhöht. Hier ist es also wichtig, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Wenn Sie die Grunderwerbsteuer berechnen möchten, können Sie die aktuelle Tabelle für 2019 nutzen. Eine Beispielrechnung veranschaulicht die unterschiedlich hohen Steuersätze der jeweiligen Länder.

Bundesland Steuersatz 2019 Beispielrechnung mit 150.000 EUR Kaufpreis
Baden-Württemberg 5,00% 7.500 EUR
Bayern 3,50% 5.250 EUR
Berlin 6,00% 9.000 EUR
Brandenburg 6,50% 9.900 EUR
Bremen 5,00% 7.500 EUR
Hamburg 4,50% 6.750 EUR
Hessen 6,00% 9.000 EUR
Mecklenburg-Vorpommern 5,00% 7.500 EUR
Niedersachsen 5,00% 7.500 EUR
Nordrhein-Westfalen 6,50% 9.900 EUR
Rheinland-Pfalz 5,00% 7.500 EUR
Saarland 6,50% 9.900 EUR
Sachsen 3,50% 5.250 EUR
Sachsen-Anhalt 5,00% 7.500 EUR
Schleswig-Holstein 6,50% 9.900 EUR
Thüringen 6,50% 9.900 EUR

Können Sie sich die Grunderwerbsteuer sparen?

Wer Steuern hört, denkt vermutlich gleich ans Sparen. Gibt es einen Weg, die Grunderwerbsteuer zu sparen oder gar zu umgehen? Und was ist mit der Steuererklärung? Können Sie die  Grunderwerbsteuer absetzen? Gehen wir eins nach dem anderen durch.

Lässt sich Grunderwerbsteuer umgehen?

Die gute Nachricht zuerst: Bei der Grunderwerbsteuer wird ein Freibetrag von 2.500 Euro gewährt. Kaufen Sie ein Grundstück oder einen Grundstücksanteil für bis zu 2.500 Euro, müssen Sie den Grundstückserwerb nicht versteuern. Wer generell mit wenig auskommt, spart sich also auch die Steuer. Die Ersparnis beläuft sich allerdings nur auf maximal 162,50 Euro.

Leider können die wenigsten von diesem Freibetrag profitieren, da Grundstückspreise – vor allem mit einer Immobilie darauf – weit darüber liegen. Zumal Kaufpreise über 2.500 Euro komplett versteuert werden. Das heißt, die 2.500 Euro werden für die Besteuerung nicht vom Kaufpreis abgezogen.

So können Sie die Grunderwerbsteuer absetzen

Freiberufler und Selbstständige können die Grunderwerbsteuer absetzen. Voraussetzung ist, dass sie das Grundstück bzw. die Immobilie darauf gewerblich nutzen und darüber ihre Einkünfte erzielen.

Wenn Sie das Grundstück zum Beispiel als Ackerland nutzen oder ein Bed & Breakfast führen, können Sie die Steuer in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Leben Sie und Ihre Familie dort einfach nur, wird es mit dem Absetzen leider nichts.

Grunderwerbsteuer: Schenkung und Erbe gesondert geregelt

Immerhin werden Doppelbesteuerungen ausgeschlossen. So ist der Grunderwerb von der Umsatzsteuer, im Volksmund auch Mehrwertsteuer genannt, befreit. Darüber hinaus fällt keine Grunderwerbsteuer an, wenn Sie ein Grundstück erben. Hier greift bereits die Erbschaftssteuer – vorausgesetzt, der Freibetrag wird überschritten.

Doch Achtung: Im Bürgerlichen Gesetzbuch spielt Blutsverwandtschaft eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es um die Linie der Verwandtschaft. Als Ehepartner zahlen Sie für ein geerbtes Grundstück keine Grunderwerbsteuer. Erben Sie das Grundstück Ihrer Eltern bzw. Großeltern wird ebenfalls keine Grunderwerbsteuer erhoben. Bruder und Schwester hingegen sind in ungerader Linie miteinander verwandt. Die Grunderwerbsteuer können Geschwister deshalb leider nicht umgehen.

Bei Schenkungen unter Lebenden fällt die Grunderwerbsteuer ebenfalls weg, da bereits eine Schenkungssteuer erhoben wird. Wichtig zu beachten ist, ob die Schenkung unter Auflagen erfolgt – zum Beispiel mit Wohnrecht oder Nießbrauchsrecht. Hierfür sollten Sie sich unbedingt anwaltlich beraten lassen, um etwaige Fallstricke zu vermeiden.

Mit diesen Tipps die Grunderwerbsteuer sparen

Sollten Sie Grund ganz regulär durch einen Kauf erwerben, gibt es nicht viele Möglichkeiten, die Grunderwerbsteuer zu umgehen. Ein paar Tricks könnten jedoch dabei helfen, zumindest einen Teil der Steuer zu sparen.

Tipp 1: Grundstück und Haus gesondert kaufen

Je kleiner der Kaufpreis, desto geringer die Steuer. Kaufen Sie beispielsweise ein Grundstück ohne Immobilie, wird sich das auch positiv auf die Grunderwerbsteuer auswirken. Oft sind es die Immobilien, die den Kaufpreis in die Höhe treiben. Diese Option ist natürlich nur dann von Vorteil, wenn Sie entweder selbst bauen möchten oder von Vorhinein keine Immobilie brauchen.

Tipp 2: Mobile Gegenstände aus der Rechnung nehmen

Glücklicherweise können Sie per definitionem vorhandene, bewegliche Einrichtungsgegenstände wie teure Einbauküchen, Mobiliar, Gartenlauben u.v.m. aus der Rechnung nehmen. Für die Besteuerung interessant sind nur das Grundstück und die Immobilie selbst, da sie nicht entfernt und ersetzt werden können. Die Einbauküche hingegen schon!

Tipp 3: Nach Bundesland entscheiden

Sie leben aktuell in Thüringen und überlegen ein Grundstück zu kaufen? Könnten Sie sich auch vorstellen, die Suche ins Nachbarland Sachsen zu verlegen, nahe der Grenze? Hier fallen statt 6,5 Prozent nur 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer an. Je nach Kaufpreis kommt da eine stattliche Summe zusammen.

Fragen? Sprechen Sie uns an!

Wer ein Haus oder ein Grundstück erwirbt, kann sich auf Post vom Finanzamt freuen. In den meisten Fällen kommen Sie um die Grunderwerbsteuer nicht herum. Ein Fachanwalt oder das Team rund um Alexander Werneburg berät Sie gerne und ausführlich in all Ihren Anliegen rund um den Grunderwerb.

Leben in Berlin Neukölln: Wohnung mieten oder Haus kaufen?

Das hängt ganz von Ihrer persönlichen Situation ab. Neukölln ist ein Bezirk der Gegensätze und des Umbruchs. Im hippen Norden konkurrieren junge Menschen aus deutschen Kleinstädten und fernen Ländern um die wenigen, noch verfügbaren Altbauwohnungen. Im gediegenen Süden toben Kinder auf Spielplätzen, bevor sie zum Abendessen mit den Eltern ins Einfamilienhaus zurückkehren.

Was genau den Berliner Bezirk ausmacht, welche Entwicklungen der Immobilienmarkt genommen hat und wie es sich in Neukölln lebt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Neukölln: Ein Bezirk im Wandel

Eigentlich könnte Neukölln auch als Klein-Berlin durchgehen. Die Veränderungen, die der Bezirk in den letzten Jahren erlebt hat, spiegeln die Entwicklung Berlins in vielen Punkten wider:

Gentrifizierung, die zur Migration der Alteingesessenen in die Randbezirke führt. Immobilienpreise, die durch die Decke gehen. Aber auch viele junge Menschen, die mit ihren frischen Ideen für wirtschaftlichen Aufschwung und kulturelle Abwechslung sorgen.

Der Norden: Neukölln 

Der Bezirksteil Neukölln, ein ehemaliges Arbeiterviertel, galt lange als unsicher, nahezu gefährlich und arm. Viele Einwandererfamilien aus türkischen und arabischen Ländern dominierten die Straßen und den Einzelhandel.

Heute schießt jeden Tag ein neues Café mit minimalistischer Einrichtung und drei pflanzlichen Milchalternativen aus dem Boden. Hippe Restaurants verlangen Preise, die sonst eher in Prenzlauer Berg zu erwarten sind. Der Klunkerkranich, eine Rooftop Bar mit Öko-Garten und Kulturevents, zieht Einheimische und Touristen gleichermaßen an.

Es sind aber vor allem die Menschen, die das Gesicht Neuköllns prägen. Ob im idyllischen Körnerpark, in der Hasenheide, am Maybachufer oder im Reuterkiez: Überall tummeln sich junge Menschen aus Deutschland und aller Welt, die es als Künstler oder Studenten nach Neukölln zieht.Wenn Sie in Berlin Neukölln auf der Sonnenallee einen Parkplatz entdecken, sollten Sie sich mental für ein Hupkonzert wappnen. Das Verkehrsaufkommen ist hoch, unter der Woche wird die rechte Spur fast immer durch Lieferfahrzeuge versperrt.

Ein eigenes Auto ist dank der guten Anbindung aber auch nicht nötig. Und neben der Ringbahn, der U7, der U8 und den vielen Bussen lässt sich Neukölln auch wunderbar a pedes und mit dem Fahrrad erkunden. Für letzteres wäre jedoch ein Helm und eine Klingel zu empfehlen. Trotz aller Veränderung bleibt Neukölln noch immer ein raues Pflaster.

Der Süden: Buckow, Britz und Rudow

Wer den flippigen Norden verlässt, taucht in eine andere Welt ein. Der Süden Neuköllns gilt als familienfreundlich, sicher und bürgerlich. In Buckow und Rudow zieren Einfamilienhäuser die Straßen. Es gibt viele Spielplätze, Schulen und Kindergärten. Das Durchschnittseinkommen ist besser und der Deutschanteil an den Schulen höher.

Der Wandel ist hier weniger deutlich zu spüren, überhöhte Mieten und Hipster-Cafés bilden die Ausnahme. Zu den Attraktionen gehören die alte Dorfkirche, der Britzer Garten mit seinem breiten Freizeitangebot, die Gropiusstadt mit ihren Hochhäusern oder die Hufeisensiedlung. Touristen und andere Berliner lassen sich eher selten blicken. Auffällig sind vor allem die vielen Kinder und Familien.

Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist nicht so ideal wie im Norden. Bis auf die U7 verkehrt kein anderer Zug, nur Busse. Dafür sind die Stadtautobahn und der Flughafen Schönefeld schnell zu erreichen. Ein eigenes Auto ist durchaus empfehlenswert.

In Berlin Neukölln eine Wohnung mieten

Bei der Wohnungssuche ist vor allem im Norden viel Geduld gefragt. Selbst eine dunkle Erdgeschosswohnung wird in Berlin Neukölln dankend angenommen  – so groß ist der Andrang auf bezahlbares Mietgut.

Der Preis pro Quadratmeter liegt laut immobilienscout24.de aktuell bei 8,30 Euro und damit nur 10 Cent unter dem Berliner Durchschnitt. Das klingt im Vergleich zu Berlin Mitte mit 10,70 Euro pro Quadratmeter zwar noch günstig. Dass Neukölln mit Zehlendorf, einem der reichsten Bezirke Berlins, fast gleich aufliegt, ist jedoch nahezu grotesk. Denn nirgendwo in Berlin sind die Bewohner so sehr von der Armut bedroht wie in Neukölln.

Im Süden ist der Preis mit durchschnittlich 6,70 Euro pro Quadratmeter moderat. Auch deshalb zieht es viele junge Familien nach Buckow oder Rudow. Die Mietpreise klettern hier jedoch ebenfalls seit Jahren nach oben, wenn auch nicht ganz so rasant wie im Zentrum.

In Berlin Neukölln eine Wohnung kaufen

Eigentumswohnungen sind in Berlin heiß begehrt. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei durchschnittlich 2.750 Euro. Spitzenreiter sind die Bezirke Mitte und Charlottenburg, der teuerste Quadratmeter liegt bei über 5.000 Euro.

Wer eine Wohnung in Neukölln kaufen möchte, kommt vergleichsweise günstig weg. In Buckow kostet der Quadratmeter durchschnittlich 1.400 Euro, in Rudow sind es 1.950 Euro und in Neukölln 2.150 Euro pro Quadratmeter.

Angesichts der Preisentwicklung der letzten Jahre und der Aufwertung der Gegend dürfte hier aber mit noch mehr Wachstum zu rechnen sein. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, eine Eigentumswohnung in Berlin zu kaufen, sollten Sie den Blick deshalb auf Neukölln richten.

Ein Haus in Neukölln kaufen

Ein Haus lässt sich laut immobilienscout24.de in Buckow schon für 300.000 Euro erwerben. Das liegt 168.000 Euro unter dem Berliner Durchschnitt. Im Bezirksteil Neukölln kostet ein Haus 742.000 Euro. Grund dafür ist vor allem das fehlende Angebot.

Für Anleger könnte der Hauskauf im Süden Neuköllns durchaus interessant sein. Auch wenn die Mietpreise weit unter dem Berliner Durchschnitt liegen, werden sie auf lange Sicht steigen. Dank der relativ geringen Kaufsumme könnte sich die Investition langfristig lohnen.

Berlin Neukölln: Wohnung in Zukunft immer begehrter

Egal, ob Sie in Berlin Neukölln eine Wohnung kaufen oder verkaufen möchten: Die Entwicklung der letzten Jahre steht auf Ihrer Seite. Die positiven Veränderungen auf dem Immobilienmarkt und des Umfelds lassen auf eine kontinuierliche Wertsteigerung hoffen.

Eine Mietwohnung im Bezirksteil Neukölln zu finden, wird jedoch immer schwieriger. Hier lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Immobilienmakler aus der Region.