Vermieterbescheinigung: Muster PDF und viele wichtige Infos

Nach wochenlangem Packen, Schleppen und Renovieren ist es endlich geschafft: Sie sind in Ihrem neuen Zuhause angekommen! Bevor Sie die Beine hochlegen können, müssen Sie jedoch noch zum Bürgeramt gehen. Denn wer umzieht, muss sich auch ummelden – und zwar mit Vermieterbescheinigung. Liegt diese nicht fristgerecht vor, drohen hohe Bußgelder.

Was eine Vermieterbescheinigung beinhalten muss, welche Fristen einzuhalten sind und warum das überhaupt nötig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wer braucht eine Vermieterbescheinigung?

Egal, ob Sie eine Wohnung in Berlin oder ein Haus am Bodensee beziehen: Sie müssen sich binnen zwei Wochen beim Einwohnermeldeamt registrieren und dafür eine Bestätigung Ihres Vermieters mitbringen. Das gilt auch, wenn Sie einen befristeten Mietvertrag haben, zur Untermiete wohnen oder die eigene Immobilie beziehen.

Jeder Umzug ist dem Bürgeramt unverzüglich mitzuteilen. Dabei gilt jedoch nicht das vertraglich festgelegte Datum, sondern der tatsächliche Tag des Einzugs. Wenn Ihr Mietvertrag ab dem 1. Januar gültig wird, Sie aber erst am 15. Januar einziehen, müssen Sie sich also bis zum 29. Januar angemeldet haben.

Wer kann die Vermieterbescheinigung ausfüllen?

Die Vermieterbescheinigung kann vom Eigentümer oder durch die von ihm beauftragte Hausverwaltung ausgefüllt werden. Wer in die eigene Immobilie zieht, kann sich selbst eine Bescheinigung ausstellen. Weisen Sie einfach mit einem kurzen Vermerk darauf hin, dass Sie der Eigentümer sind.

Besteht ein Untermietverhältnis, kann der Hauptmieter die Vermieterbescheinigung ausfüllen. Eine gesonderte Bestätigung durch den Eigentümer oder die Hausverwaltung ist nicht nötig. Doch Vorsicht: Ihr Vermieter muss einer Untervermietung erst ausdrücklich zustimmen. Vermieter dürfen beim Meldeamt einzusehen, wer in ihrer Wohnung gemeldet ist. Sollte dadurch ein nicht genehmigtes Untermietverhältnis auffliegen, könnte das im schlimmsten Fall zu einer Kündigung des Mietvertrags führen.

Fristen und Bußgelder 

Vermieter haben natürlich nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. So müssen sie laut §19 des seit Ende 2015 gültigen Bundesmeldegesetzes (BMG) nach Aufforderung des Mieters die Vermieterbescheinigung innerhalb von zwei Wochen ausstellen. Verstreicht die Frist, droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. Das gilt auch, wenn die Wohnungsgeberbescheinigung fehlerhaft ist.

Doch es liegt vor allem am Mieter, seiner Meldepflicht nachzukommen. Wenn Sie die Vermieterbescheinigung nicht anfordern oder den Gang zur Behörde verschlafen, müssen Sie ebenfalls mit einer Geldstrafe rechnen.

Am besten, Sie laden die Vermieterbescheinigung (Muster finden Sie ganz bequem im Internet) herunter und schicken sie Ihrem neuen Vermieter am Tag des Einzugs per E-Mail. So bleibt genügend Zeit für die fristgerechte Abwicklung. Sollte Ihr Vermieter nicht reagieren, müssen Sie dies dem Einwohnermeldeamt unverzüglich mitteilen. Tragen Sie nachweislich keine Schuld an der Pflichtverletzung, können Sie dafür auch nicht belangt werden.

Tipp für Vermieter: Schicken Sie Ihrem Mieter die ausgefüllte Mieterbescheinigung zusammen mit dem von beiden Parteien unterzeichneten Mietvertrag.

Vermieterbescheinigung: Muster und benötigte Angaben

Die Vermieterbescheinigung bedarf keiner besonderen Form, muss jedoch folgende Angaben beinhalten:

  • Vor- und Nachname des Vermieters oder Eigentümers
  • Anschrift des Vermieters oder Eigentümers
  • Vor- und Nachname des Mieters
  • Anschrift des Mieters
  • Einzugsdatum

Die Vermieterbescheinigung kann postalisch oder elektronisch an den Mieter oder direkt an das zuständige Meldeamt übermittelt werden. Im Internet sind zahlreiche Muster und Downloads vorhanden. Hier können Sie die Vermieterbescheinigung als PDF bequem herunterladen.

Achtung: Auch wenn alle oben genannten Angaben im Mietvertrag stehen, reicht der Mietvertrag allein nicht zur Anmeldung beim Meldeamt aus. Sie müssen eine gesonderte Wohnungsgeberbestätigung vorlegen, sonst wird Ihnen die Anmeldung vom Sachbearbeiter verwehrt.

Was ist die Rechtsgrundlage?

Bis das neue Bundesmeldegesetz am 1. November 2015 in Kraft trat, war das Meldewesen Ländersache. So orientierten sich die 16 Bundesländer in ihren Bestimmungen an dem seit 1980 geltenden Melderechtsrahmengesetz. Mit der Föderalismusreform wurde das Melderecht 2006 Angelegenheit des Bundes und die Arbeit am neuen Bundesmeldegesetz in die Wege geleitet.

Mit der Harmonisierung der Länderregelungen sollte der bürokratische Aufwand reduziert, mehr Einheitlichkeit geschaffen und sogenannte Scheinanmeldungen verhindert werden. Bei letzterem handelt es sich um die Bescheinigung eines Mietverhältnisses, welches nur auf dem Papier besteht. Das heißt, der vermeintliche Mieter ist dort gar nicht wohnhaft und die Bescheinigung eine reine Gefälligkeit. Gründe sind zum Beispiel der Wunsch, die Chancen auf einen KITA- oder Studienplatz in einer bestimmten Gegend zu erhöhen.

Mit der Einführung des Bundesmeldegesetzes soll genau das unterbunden werden. Für die unrechtmäßige Bescheinigung eines Mietverhältnisses drohen dem Vermieter nach § 54 BMG bis zu 50.000 Euro Strafe. Selbst wenn die Bitte von einem lieben Bekannten kommt: Stellen Sie niemals eine Vermieterbescheinigung aus, wenn es sich nicht um Ihren Mieter handelt.

Was tun bei Auszug?

Umzüge gehören zum Leben. Die WG-Zeit ist vorbei, das erste Kind ist unterwegs, die Wohnung nicht mehr altersgerecht. Sofern Sie in Deutschland wohnhaft bleiben, müssen sich sich nicht abmelden und benötigen keine Vermieterbescheinigung. Das Meldeamt führt bei der Anmeldung des neuen Wohnsitzes automatisch die Abmeldung des ehemaligen Wohnsitzes durch.

Nur wer dauerhaft ins Ausland geht und keinen festen Wohnsitz mehr in Deutschland hat, muss sich beim Einwohnermeldeamt abmelden. Dafür benötigt er oder sie eine Vermieterbestätigung mit der zusätzlichen Angabe des Auszugsdatums.

Vermieterbescheinigung: Nicht vergessen!

Mit dem neuen Bundesmeldegesetz gelten für Mieter in ganz Deutschland die selben Regelungen: Sie müssen sich innerhalb von zwei Wochen mit einer Vermieterbescheinigung beim Einwohnermeldeamt melden. Vermieter sind verpflichtet, nach Aufforderung des Mieters eine solche Bescheinigung fristgerecht auszustellen.

Versäumnisse werden mit hohen Geldstrafen geahndet. Bei der Vielzahl an Internetseiten, auf denen Sie die Vermieterbescheinigung als PDF herunterladen können, sollte solch ein Versäumnis jedoch kaum möglich sein. Und sobald der Umzug endlich amtlich ist, können Sie auch getrost die Beine hochlegen und den Umzugsstress vergessen.

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